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Sagenhaft Holzschnitzerin der Engel Rimante Butkuve



Interpret eines musikalischen Werkes: Arabai

Objekt

Holzschnitzerin der Engel

Beschreibung

Die Volkskünstlerin Rimantė Butkuvė wurde im Kreis Kėdainiai in der Nähe des Landgutes Apylaukis geboren. Sie ist in Kaunas aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sie hatte noch in der Schule Bücher und Poesie lieb gewonnen, spielte beim Amateurtheater mit. In der zehnten Klasse begann die Künstlerin zu dichten, sie mochte Malerei, Graphik, dekorierte Keramik in der Fabrik „Jiesia“. Später begann sie mit der Steinhauerei, Holzschnitzerei, interessierte sich für die Volkskunst.
Den Weg der Schnitzerin betrat Rimantė ganz zufällig – der Verband der Volkskünstler bat sie, ein Kreuz zu restaurieren. Rimantė hatte von einem Volkskunstmeister ein Holzschnitzereiwerk mit einer interessanten Komposition gekauft: die Jungfrau Maria und ein Engel knien zum Gebet an einem umzäunten Kreuz. Rimantė fand den Engel interessant und beschloss selbst einen zu schnitzen. Das war der Anfang der Schnitzerei von hölzernen Engeln. Der Verband der Volkskünstler zeichnete R. Butkuvė mit dem Šepka-Preis für ihren künstlerischen Ausdruck aus. ,,Die Künstlerin hat es geschafft, in der Vielfalt der Formen und Stile unserer Tage eine eigene Art des Ausdruckes zu finden. Eine typische Besonderheit aller ihrer Skulpturen sind die Flächen der Gesichtsovale, das „Herausziehen“ nach vorne, (…) wo der lebendige und drangvolle Geist konzentriert ist. Die Gesichter der Engel sind unterschiedlich und doch sehr ähnlich in ihrem Geisteszustand, gefüllt mit innerem Licht und Herzlichkeit“, so die Kunstwissenschaftlerin Dr. Laima Šinkūnaitė.
Tausende in den Träumen der Künstlerin geborene Engel sind in die weite Welt „geflogen“ und in unterschiedlichen privaten Sammlungen, bei Freunden zu Hause sowie in Volkskunst-ausstellungen „gelandet“. Die Größe der Engel variiert von daumengroßen bis zur Größe eines Menschen. Sie sind schwarz oder rot, sie können bunte Flügel haben, sie können fröhlich oder besorgt sein, sie können segnen, schlafen, ein Instrument spielen oder in einem vorstellbaren Chor singen.
Rimantė kann in ihrer Stille- und Ruheoase nicht jederzeit und nicht irgendwie arbeiten. Bevor sie mit dem Schnitzen eines Engels anfängt, fegt Rimantė den Boden und wäscht das Geschirr ab, damit keine Sorgen bleiben, die sie bei der Arbeit stören würden. Wenn sie dann anfängt zu schnitzen, kann um sie herum alles Mögliche geschehen: Menschen können sie bei der Arbeit beobachten, sich unterhalten, sie stört dann nichts mehr.
Rimantė arbeitet in größeren und kleineren Zyklen, und die Engel unterschiedlicher Zeitabschnitte unterscheiden sich von einander sehr. Nur in ihren Gesichtern widerspiegelt sich die gleiche Ruhe und Güte.
„Vor kurzem habe ich den Zyklus „Farbenspuren“ beendet. Dieser Zyklus stützt sich auf die Philosophie des Augenblickes. Wenn ich in den Himmel schaue, wird mein Blick himmelblau, wenn ich über die Wiese gehe, wird er grün. Alles entsteht aus Beobachtungen. Wir bekommen alles aus der Natur. Wenn ich auf die kupferroten Buchweizenfelder schaue, entsteht in meiner Phantasie ein roter Engel“.
Die Art des Engels hängt auch von dem Material ab. Wenn Rimantė ein Holzstück in die Hände nimmt, weiß sie gleich: dieser Engel wird ein rundes Gesicht haben und der wird mit ausgebreiteten Flügeln sein. Die Bildhauerin ist immer gespannt, wie der Engel aussehen wird, daher lässt sie die Skulptur nicht aus den Händen, ehe die Arbeit nicht abgeschlossen ist. Gleich nachdem sie einen Engel geschnitzt hat, weiß die Bildhauerin, in welchen Farben sie ihn bemalen wird.
„Engel sind überall. Beobachtet sie, hört ihnen zu und dann werdet ihr verstehen, wie einfach es ist zu leben. Ihr werdet viele Dinge verstehen. Hier, in der Natur und Stille, wo ich wohne, spüre ich die Engel ständig. Sie sind immer bei mir. Offen gestanden folgen die Engel nicht mir nach, sondern ich gehe nach ihren Spuren“.
Rimantė Butkuvė ist seit 1990 ein Mitglied des Litauischen Verbandes der Volkskünstler. Sie hat mehr als 10 Autorausstellungen veranstaltet. Die von der Künstlerin geschnitzten kleinen Skulpturen sind auf der ganzen Welt verstreut, viele litauische Museen haben ihre Werke angeschafft. Im Jahre 2007 wurde der Volkskünstlerin der Status der Kunstschöpferin erteilt, die Malerin ist Preisträgerin der Nominierung der republikweiten wettbewerblichen Ausstellung des Bezirks Kaunas – des „Goldenen Kranzes“. Seit 1999 wohnt und schafft Rimantė Butkuvė im Dorf Puzonys in der Gemeinde Birštonas.